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KULTURGESCHICHTLICH AUSKUNFTE
CAROVIGNO
Carovigno, das antike Carbinia, wurde gegründet, als Troja noch in Flammen
stand. Später zerstörten es die Tarenter. Die antiken Stadtmauern und die
Akropolis legen von der Bedeutung dieses messapischen Ortes Zeugnis ab.
Dann wurde Carovigno, wie auch die Hauptstadt Brindisi, römisch. Die dort
geprägten Münzen trugen die doppelte Aufschrift: Car-Brun (Carbinia-Brundusium).
Nach der Zeit der Barbareneinfälle kam die Stadt erst unter die
Feudelherrschaft der Fürsten Imperiali di Francavilla und dann unter die
der Fürsten Dentice. 1483 wurde die Stadt von den Venezianern besetzt.
Unter der Führung ihres Generals Marcello landeten sie an der Reede von
Guaceto, ganz in der Nähe des Ortes.
Der Aufbau des Feudalsystems ist im Grundriβ der Stadt noch klar erkennbar.
Wer von Brindisi aus auf der adriatischen Küstenstraβe nach Norden fährt,
hat, Carovigno mit seinen eng aneinandergedrängten Häusern und den
Schutzmauern, die es einst ganz einschlossen, vor sich. Es liegt von
seiner schönen Burg beherrscht an einem sanft abfallenden Hügel.
Raimondo del Balzo Orsini, Her von Tarent, erbaute sie im 15. Jahrhundert
zum Schutz gegen die Angriffe der Türken und die häufigen einfälle der
Korsaren auf den alten Mauern, die schon früher zur Verteidigung gedient
hatten.
Die Burg wurde später mit Türken und Bollwerk noch uneinnehmbarer gemach.
Auf der dem Meer zugewandten Seite, die den Einfallen starker ausgesetzt
war, wurde ein stark befestigter, etwa 20 Meter hoher Rundturm errichtet.
Als die Feudalherrschaft zu Ende war, das Meer von Piraten befreit und die
Türken endgültig von der italienischen Küste abgewehrt ware, wurde die
Burg umgebaut und mit dem Prunk eines fürstlichen Wohnsitzes ausgestattet.
Heute bewohnen die Grafen Dentice di Frasso das Schloβ.
Ein Anziehungsort mysticher Art ist die etwa 3 km von Carovigno entfernte
Wallfahrtskirche von Belvedere aus dem 8. Jahrhundert.
Die Kirche war ursprünglich eine Grotte. Ihre Wände tragen Fresken, die
unter anderem die Hl. Maria von belvedere darstellen. Das Jesuskind auf
ihrem Arm hält einen Vogel in der Hand. Die Kirche bewahrt noch heute in
einenm phantastichen stalaktitenspiel den ursprünglichen Grundiβ.
Die tiefliegenden Gänge, die zum Altar führen, eine noch tiefer gegrabene
Krypta, die Abgelegenheit des Ortes, die Nähe des Meeres, letzte rettung
für die Unterdrückten, lassen klar erkennen, daβ diese Kirchr oder
vielmehr diese geistige Zuflucht zur Zeit Christenverfolgungen geschaffen
wurde. Die Gläubigen versammelten sich in den Katakomben, um zu beten und
um sich abzusondern von jener gesellschaft, der sie entfremdet waren.
Heute ist die Kirche Wallfahrtsziel, besonders zu Ostern und in der Zeit
um Maria Himmelfahrt.
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